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Ratgeber

WooCommerce oder Shopify?

Beide Systeme sind beliebt und beide haben ihre Berechtigung. Wir vergleichen WooCommerce und Shopify bei Kosten, Flexibilität, SEO und Rechtssicherheit – und sagen offen, wann wir Shopify empfehlen würden.

Von Daniel Barenkamp, Gründer von weLaunch · Stand: 22. Oktober 2026

Zwei Ansätze für denselben Zweck

WooCommerce ist eine Erweiterung für WordPress. Sie installieren es auf Ihrem eigenen Webspace und haben volle Kontrolle über Code, Daten und Erweiterungen. Dafür sind Sie – oder Ihr Dienstleister – für Hosting, Updates und Sicherheit verantwortlich.

Shopify ist eine gemietete Plattform (Software as a Service). Sie zahlen eine monatliche Gebühr, und Shopify kümmert sich um Server, Updates und Sicherheit. Dafür arbeiten Sie innerhalb der Grenzen, die Shopify vorgibt.

Der Vergleich im Überblick

WooCommerceShopify
GrundkostenPlugin kostenlos, Hosting ab wenigen Euro im MonatMonatliches Abo, gestaffelt nach Tarif
UmsatzgebührenKeine Plattformgebühr, nur Gebühren des ZahlungsanbietersZusätzliche Transaktionsgebühr, wenn Sie nicht Shopify Payments nutzen
ErweiterungenZehntausende Plugins, eigener Code jederzeit möglichApp Store, oft mit monatlichen Gebühren
Daten und EigentumAlles liegt bei IhnenDaten liegen bei Shopify, Export möglich
SEO-KontrolleVolle Kontrolle über URLs, Code und MarkupGut, aber einige Vorgaben fest
WartungUpdates und Sicherheit in Ihrer VerantwortungÜbernimmt Shopify
Inhalte und BlogWordPress – sehr starkVorhanden, aber eingeschränkter

Kosten: auf mehrere Jahre rechnen

Shopify wirkt am Anfang günstiger, weil kein Einrichtungsaufwand für Server und Updates anfällt. Über mehrere Jahre summieren sich aber Abo, App-Gebühren und gegebenenfalls Transaktionsgebühren. Bei WooCommerce sind die Einrichtungskosten oft höher, die laufenden Kosten dafür besser planbar – und es gibt keine Beteiligung an Ihrem Umsatz. Ein fairer Vergleich rechnet deshalb über drei bis fünf Jahre und mit den Funktionen, die Sie wirklich brauchen.

Flexibilität: Wo Shopify an Grenzen stößt

Typische Anforderungen, bei denen WooCommerce im Vorteil ist:

  • Komplexe Preislogik, zum Beispiel Staffelpreise, Kundengruppen oder B2B-Konditionen,
  • Produktkonfiguratoren und individuelle Bestellprozesse,
  • Anbindung an Warenwirtschaft und ERP mit eigenen Regeln,
  • Lagerbestände über mehrere Standorte – wie mit unserem Plugin WooCommerce Multi Inventory,
  • Shops, die eng mit einer inhaltsstarken Website oder einem Mitgliederbereich verbunden sind.

Rechtssicherheit in Deutschland

Deutsche Shops müssen Preisangaben mit Mehrwertsteuer und Versandkosten, Grundpreise, Lieferzeiten, Widerrufsbelehrung, eine Bestellübersicht mit eindeutigem Button und vieles mehr korrekt darstellen. Für WooCommerce gibt es dafür etablierte Erweiterungen aus Deutschland. Bei Shopify lösen Sie das über Apps und Einstellungen. Beides funktioniert, sollte aber sorgfältig eingerichtet und rechtlich geprüft werden.

Checkliste für Ihre Entscheidung

Diese Fragen helfen bei der Wahl des passenden Systems. Je mehr Sie mit Ja beantworten, desto eher passt WooCommerce:

  • Brauchen Sie Funktionen, die über einen Standard-Shop hinausgehen, etwa B2B-Preise oder Konfiguratoren?
  • Soll der Shop mit Warenwirtschaft, ERP oder Marktplätzen verbunden werden?
  • Ist Ihnen wichtig, dass Daten und Code Ihnen gehören?
  • Möchten Sie Inhalte wie Ratgeber und Blog eng mit dem Shop verbinden?
  • Planen Sie, über mehrere Jahre zu wachsen, ohne dass Gebühren mitwachsen?

Laufende Kosten im Vergleich

Bei Shopify zahlen Sie eine monatliche Grundgebühr, oft Gebühren für Apps und je nach Zahlungsanbieter zusätzliche Transaktionsgebühren. Bei WooCommerce entfallen Plattformgebühren; dafür kommen Hosting, Plugin-Lizenzen und Wartung hinzu. Welches Modell günstiger ist, hängt von Umsatz, Funktionsumfang und Laufzeit ab. Wir empfehlen, beide Varianten über mindestens drei Jahre zu rechnen.

Wann wir Shopify empfehlen würden

Wir entwickeln WooCommerce-Plugins, sind also nicht ganz neutral. Trotzdem gibt es Fälle, in denen Shopify die bessere Wahl sein kann: ein kleines, einfaches Sortiment, kein Bedarf an Sonderfunktionen, kein Budget für laufende Wartung und der Wunsch, sich um möglichst wenig Technik zu kümmern. Dann sagen wir Ihnen das auch.

Wann WooCommerce die bessere Wahl ist

Sobald Ihr Shop besondere Anforderungen hat, mit anderen Systemen zusammenarbeiten muss oder langfristig wachsen soll, spielt WooCommerce seine Stärken aus: keine Umsatzbeteiligung, volle Kontrolle und praktisch unbegrenzte Erweiterbarkeit. Mehr dazu auf unserer Seite zur WooCommerce-Entwicklung. Sie sind schon bei Shopify und denken über einen Wechsel nach? Dann lesen Sie unseren Ratgeber Von Shopify zu WooCommerce wechseln.

DB
Daniel BarenkampGründer & Entwickler

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Häufige Fragen

Weitere Antworten finden Sie in unseren FAQ.

Ist WooCommerce kostenlos?

Das Plugin selbst ist kostenlos. Kosten entstehen für Hosting, gegebenenfalls Premium-Erweiterungen, die Einrichtung und die laufende Wartung. Umsatzabhängige Plattformgebühren gibt es nicht.

Ist Shopify einfacher?

Für den Start meist ja: Hosting, Updates und Sicherheit übernimmt Shopify. Die Einfachheit endet oft bei speziellen Anforderungen, die nur über kostenpflichtige Apps oder gar nicht lösbar sind.

Welches System ist besser für SEO?

Mit beiden kann man gut ranken. WooCommerce bietet mehr Kontrolle über URL-Struktur, Code, Ladezeit und strukturierte Daten. Bei Shopify sind einige Dinge fest vorgegeben, etwa die Pfade für Produkte und Kollektionen.

Kann ich später wechseln?

Ja, in beide Richtungen. Produkte, Kunden und Bestellungen lassen sich übertragen. Wichtig sind saubere Weiterleitungen, damit Rankings erhalten bleiben. Mehr dazu im Ratgeber zum Umzug von Shopify zu WooCommerce.

Welches System ist sicherer?

Bei Shopify kümmert sich der Anbieter um Server und Updates. Bei WooCommerce liegt das in Ihrer Hand oder bei Ihrem Dienstleister. Mit regelmäßigen Updates, gutem Hosting und Backups ist auch WooCommerce sehr sicher betreibbar.

Gibt es für WooCommerce Support?

WooCommerce selbst ist Open Source. Unterstützung bekommen Sie von Agenturen und Entwicklern, für einzelne Plugins vom jeweiligen Hersteller – für unsere Plugins direkt von uns.

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DBDaniel BarenkampGründer & Entwickler