Zwei Ansätze für denselben Zweck
WooCommerce ist eine Erweiterung für WordPress. Sie installieren es auf Ihrem eigenen Webspace und haben volle Kontrolle über Code, Daten und Erweiterungen. Dafür sind Sie – oder Ihr Dienstleister – für Hosting, Updates und Sicherheit verantwortlich.
Shopify ist eine gemietete Plattform (Software as a Service). Sie zahlen eine monatliche Gebühr, und Shopify kümmert sich um Server, Updates und Sicherheit. Dafür arbeiten Sie innerhalb der Grenzen, die Shopify vorgibt.
Der Vergleich im Überblick
| WooCommerce | Shopify | |
|---|---|---|
| Grundkosten | Plugin kostenlos, Hosting ab wenigen Euro im Monat | Monatliches Abo, gestaffelt nach Tarif |
| Umsatzgebühren | Keine Plattformgebühr, nur Gebühren des Zahlungsanbieters | Zusätzliche Transaktionsgebühr, wenn Sie nicht Shopify Payments nutzen |
| Erweiterungen | Zehntausende Plugins, eigener Code jederzeit möglich | App Store, oft mit monatlichen Gebühren |
| Daten und Eigentum | Alles liegt bei Ihnen | Daten liegen bei Shopify, Export möglich |
| SEO-Kontrolle | Volle Kontrolle über URLs, Code und Markup | Gut, aber einige Vorgaben fest |
| Wartung | Updates und Sicherheit in Ihrer Verantwortung | Übernimmt Shopify |
| Inhalte und Blog | WordPress – sehr stark | Vorhanden, aber eingeschränkter |
Kosten: auf mehrere Jahre rechnen
Shopify wirkt am Anfang günstiger, weil kein Einrichtungsaufwand für Server und Updates anfällt. Über mehrere Jahre summieren sich aber Abo, App-Gebühren und gegebenenfalls Transaktionsgebühren. Bei WooCommerce sind die Einrichtungskosten oft höher, die laufenden Kosten dafür besser planbar – und es gibt keine Beteiligung an Ihrem Umsatz. Ein fairer Vergleich rechnet deshalb über drei bis fünf Jahre und mit den Funktionen, die Sie wirklich brauchen.
Flexibilität: Wo Shopify an Grenzen stößt
Typische Anforderungen, bei denen WooCommerce im Vorteil ist:
- Komplexe Preislogik, zum Beispiel Staffelpreise, Kundengruppen oder B2B-Konditionen,
- Produktkonfiguratoren und individuelle Bestellprozesse,
- Anbindung an Warenwirtschaft und ERP mit eigenen Regeln,
- Lagerbestände über mehrere Standorte – wie mit unserem Plugin WooCommerce Multi Inventory,
- Shops, die eng mit einer inhaltsstarken Website oder einem Mitgliederbereich verbunden sind.
Rechtssicherheit in Deutschland
Deutsche Shops müssen Preisangaben mit Mehrwertsteuer und Versandkosten, Grundpreise, Lieferzeiten, Widerrufsbelehrung, eine Bestellübersicht mit eindeutigem Button und vieles mehr korrekt darstellen. Für WooCommerce gibt es dafür etablierte Erweiterungen aus Deutschland. Bei Shopify lösen Sie das über Apps und Einstellungen. Beides funktioniert, sollte aber sorgfältig eingerichtet und rechtlich geprüft werden.
Checkliste für Ihre Entscheidung
Diese Fragen helfen bei der Wahl des passenden Systems. Je mehr Sie mit Ja beantworten, desto eher passt WooCommerce:
- Brauchen Sie Funktionen, die über einen Standard-Shop hinausgehen, etwa B2B-Preise oder Konfiguratoren?
- Soll der Shop mit Warenwirtschaft, ERP oder Marktplätzen verbunden werden?
- Ist Ihnen wichtig, dass Daten und Code Ihnen gehören?
- Möchten Sie Inhalte wie Ratgeber und Blog eng mit dem Shop verbinden?
- Planen Sie, über mehrere Jahre zu wachsen, ohne dass Gebühren mitwachsen?
Laufende Kosten im Vergleich
Bei Shopify zahlen Sie eine monatliche Grundgebühr, oft Gebühren für Apps und je nach Zahlungsanbieter zusätzliche Transaktionsgebühren. Bei WooCommerce entfallen Plattformgebühren; dafür kommen Hosting, Plugin-Lizenzen und Wartung hinzu. Welches Modell günstiger ist, hängt von Umsatz, Funktionsumfang und Laufzeit ab. Wir empfehlen, beide Varianten über mindestens drei Jahre zu rechnen.
Wann wir Shopify empfehlen würden
Wir entwickeln WooCommerce-Plugins, sind also nicht ganz neutral. Trotzdem gibt es Fälle, in denen Shopify die bessere Wahl sein kann: ein kleines, einfaches Sortiment, kein Bedarf an Sonderfunktionen, kein Budget für laufende Wartung und der Wunsch, sich um möglichst wenig Technik zu kümmern. Dann sagen wir Ihnen das auch.
Wann WooCommerce die bessere Wahl ist
Sobald Ihr Shop besondere Anforderungen hat, mit anderen Systemen zusammenarbeiten muss oder langfristig wachsen soll, spielt WooCommerce seine Stärken aus: keine Umsatzbeteiligung, volle Kontrolle und praktisch unbegrenzte Erweiterbarkeit. Mehr dazu auf unserer Seite zur WooCommerce-Entwicklung. Sie sind schon bei Shopify und denken über einen Wechsel nach? Dann lesen Sie unseren Ratgeber Von Shopify zu WooCommerce wechseln.